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Deutsche Täter sind keine Opfer! 

Heute, am 22.12.2004, findet in Güls eine „Gedenkveranstaltung“ zum 60. Jahrestag der Bombardierung des Koblenzer Vorortes 1944 durch die Alliierten statt.Würde es sich lediglich um individuelle Trauer für verstorbene Angehörige bzw. Freunde handeln und würde der Kontext der notwendigen Luftangriffe mitgedacht und mitgenannt werden, wäre dagegen wohl nicht allzu viel einzuwenden.Stattdessen findet sich diese geschichtsrevisionistische Veranstaltung in einer Reihe bundesweiter Relativierungen wieder, die das Kollektiv der Deutschen zu Opfern des Nationalsozialismus stilisieren möchte und sie somit auf eine Stufe mit den wirklichen Opfern der NS-Zeit stellt. Dies geschieht unter anderem durch eine Inszenierung der deutschen Kriegsleiden und einer Aufwiegung der deutschen Gräueltaten mit vermeintlichen „alliierten Kriegsverbrechen“ (Bombardierung deutscher Städte), wodurch unter anderem die Einzigartigkeit der unvergleichbaren Schrecken des Holocausts, die Ermordung von 6 Millionen JüdInnen, in Frage gestellt wird.Ausgeblendet werden jegliche Ursachen, die die Bombardierung deutscher Städte haben nötig werden lassen. Einerseits waren es die Deutschen, die „bis zum letzten Blutstropfen“ kämpfen wollten, obwohl der Ausgang des Krieges schon lange klar war. Zum anderen sollte dem Mord an den JüdInnen, Sinti, Roma, Homosexuellen, KommunistInnen und den anderen Opfern des Rassenkrieges ein Ende gemacht werden. Denn der Täterkreis bestand nicht aus einem überschaubaren Verbrecherhäufchen („Hitler und sein Clique“), sondern die Beteiligung der deutschen Bevölkerung ermöglichte erst die Umsetzung der NS-Mordmaschinerie.Neben der grundsätzlichen Ablehnung dieses relativierenden Gedenkens, ist die Symbolik, die durch den organisatorischen Rahmen mit Fackelzug und Schützenverein entsteht, gefährlich und obszön. Das Ritual des Fackelmarsches ist eindeutig besetzt und diente den Nationalsozialisten zur Demonstration und Manifestation ihrer Macht.Inakzeptabel ist weiterhin das Gedenken an 137 gefallenen, sowie 60 vermisste Soldaten, die als Mitglieder der Wehrmacht am deutschen Vernichtungskrieg maßgeblich beteiligt waren.Statt dieser öffentlichen Inszenierung deutscher Kriegleiden, gedenken wir den Opfern des Nationalsozialismus, darunter nahezu 600 Jüdinnen und Juden aus Koblenz.