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Kein Naziaufmarsch am 8.Mai in Remagen!
Am 8.Mai 2005 wollen Neonazis in Remagen einen Gedenkmarsch „für die in den alliierten Rheinwiesenlagern ermordeten Soldaten, Frauen und Kinder“ abhalten und „gegen alliierte Kriegsverbrechen“ demonstrieren.
Der Aufmarsch in Remagen (zwischen Bonn und Koblenz) soll der Auftakt einer Reihe von weiteren Demonstrationen, wie z.B. am 28.Mai in Marienfels bei Koblenz, sein.
Verantwortlich für die Demonstration in Remagen sind „Freie Kräfte aus dem Rheinland“ um den Nazi Kader Christian Malcoci, der zu den bundesweit führenden Köpfen der militanten Nazi-Szene zählt. Bereits seit den frühen 80er Jahren fungiert Malcoci in verschiedenen neofaschistischen Organisationen in führender Position: In der 1995 verbotenen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP), in der "Nationale Offensive", in der NSDAP/AO, er war stellvertretender Vorsitzender der braunen Knasthilfe HNG, Kameradschaftsführer der ANS/NA und Funktionär des "Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers". Momentan tritt er als Parteifunktionär der niederländischen Neonazi-Partei „Nederlandse Volksunie“ (NVU) in Erscheinung und kandidiert auf Listenplatz 8 für den nordrhein-westfälischen Landesverband der NPD bei den Landtagswahlen im Mai 2005.
8.Mai – „Deutschland, einig Opferland“
Die öffentliche Wahrnehmung am 60. Jahrestages der Kapitulation Nazi-Deutschlands ist von einem gesellschaftlichen und politischen Klima geprägt, welches die deutschen Täter zu Opfern werden lässt. So zielt die „neue“ deutsche Vergangenheitsbewältigung darauf ab „endlich einmal“ die deutschen Leiden und Opfer in den Vordergrund der Geschichtsbetrachtung zu stellen und Deutschland als eine Nation zu präsentieren, die aus ihrer Geschichte gelernt hat.
Ereignisse wie der Bombenangriff auf Dresden 1945 werden aus dem historischen Kontext gerissen und die Ursache, der deutsche Vernichtungskrieg, bewusst ignoriert. Diese relativierende Darstellung der Vergangenheit und Hervorhebung der „eigenen“ Opfer bietet ideale Anknüpfungspunkte für die extreme Rechte. Wenn am 8.Mai Neonazis in Remagen „zum Gedenken an die Opfer unseres Volkes“ demonstrieren und „Gerechtigkeit fordern“, werden die inhaltlichen Schnittmengen mehr als deutlich.
Der 8. Mai 1945 steht für die Zerschlagung des nationalsozialistischen Deutschlands und nicht für die Befreiung des „deutsche Volkes“ vom Hitler-Faschismus.
Befreiung war es für: die Jüdinnen und Juden, die Roma und Sinti, die antifaschistischen WiderstandskämpferInnen und Partisannen. Für KommunistInnen, Oppositionelle, ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangene, behinderte Menschen, Homosexuelle und all jene, die unter der deutschen Barbarei gelitten haben.
Dass 60 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland immer noch Nazis ungehindert durch die Straßen ziehen, stellt eine Verhöhnung der Opfer des NS-Regimes dar.
In diesem Sinne:
Beteiligt Euch an den antifaschistischen Gegenaktivitäten!
Game Over - Naziaufmarsch stoppen!
Deutsche Täter sind keine Opfer! |