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Antifa Aktionswochen LET‘S PUSH THINGS FORWARD!
Donnerstag 22.01.04 20 Uhr Circus-Maximus, Stegemannstrasse Eintritt frei Über alles in der Welt – Esoterik und Leitkultur Vortrag mit Claudia Barth (Autorin) Esoterik ist kein unpolitisches Geschäft mit Hobbyartikeln, sondern eine marktgerechte Religion, deren Grundthesen formidabel auf gesellschaftliche Bedürfnisse nach Sinnfindung in Zeiten von Krise und Sozialabbau zurechtgeschnitten sind. In der Veranstaltung wird der Frage nachgegangen, wie durch esoterisches Denken rassistische, deutsch-nationale und antidemokratische gesellschaftliche Deutungsmuster transportiert werden und dadurch dem rechten Mainstream Zulauf verschafft wird. Die historischen Begründer der Esoterik kommen dabei ebenso zu Wort wie die aktuellen Vorreiter der Szene. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Referat für pol. Bildung und Antifaschismus der Uni Koblenz.
Samstag 24.01.04 19 Uhr Kurt-Esser-Haus (nähe Hbf.) 5€ Antifa Soli Konzert und Vortrag Punkrock mit: SchnellerAutosOrganisation (Hamburg) Rampage (Neuwied) Grabowski (Bonn) Vor dem Konzert wird es noch einen Vortrag geben. Rechte Tendenzen im Hardcore - Als der Punk seine Unschuld verlor Zunehmend versucht die extreme Rechte, in den unterschiedlichsten "Subkulturen" Fuß zu fassen. Neben dem herkömmlichen Oi-Sound der Skinheadszene verschafft sich RechtsRock schon längst in den unterschiedlichsten Variationen Gehör. Als neue Stilart erfreut sich "Hatecore" in rechten Kreisen einer wachsenden Popularität. Doch was macht diesen sich selber als "Hassgesang" verstehenden Stil aus? Woher stammt der Bruch von Teilen der Hardcore-Szene mit der Punk-Attitüde der Anfangstage? Wann wandelte sich das Aufbegehren gegenüber Autoritäten in einen Hass gegen Minderheiten? Wieso fanden Homophobie und Rassismus Platz in einer anfänglichen "Alternativ-Szene"? Diesen und weiteren Fragen soll am 24. Januar nachgegangen werden. Der Vortrag wird die Entstehung von "Hatecore" als Genre der amerikanischen Hardcore-Szene und deren Entwicklung hin bis zur aktuellen Spielart im RechtsRock aufzeigen.
Mittwoch 04.02.04 19 Uhr Jugendhaus am Moselring (hinterm Löhr-Center) Koblenz Eintritt frei Filmvorführung im Rahmen der Vokü: „Sobibor“ Inhalt: Am 14. Oktober 1943 erschlug der damals 16jährige Yehuda Lerner im Konzentrationslager Sobibor zwei SS-Männer mit einer Axt, während einer Kleideranprobe in der Baracke des Lagerschneiders. Seine Tat war das Fanal für eine Flucht, die auch das ukrainische Wachpersonal nicht verhindern konnte. Und es war die einzige erfolgreiche Revolte in einem Nazi-Konzentrationslager. Bei den Dreharbeiten zu "Shoa", seinem großen Film über die Vernichtung der europäischen Juden, hat Claude Lanzmann 1979 auch Yehuda Lerner befragt. Doch er wusste, dass der Aufstand von Sobibor einen eigenen Film verdiente, nach einer eigenen Darstellung verlangte. „ Zwei Legenden müssen richtig gestellt werden: Die eine, dass die Juden sich ohne Vorahnung oder Argwohn ins Gas hätten führen lassen. Und die andere, dass sie ihren Henkern keinerlei Widerstand entgegen gesetzt hätten." (Claude Lanzmann)
Dienstag 5.02.2004 20 Uhr Circus Maximus, Stegemannstrasse Eintritt frei Raul Zelik liest - Bastard - Die Geschichte der Journalistin Lee Carla Lee, 27, in Deutschland aufgewachsene Tochter eines koreanischen Gewerkschaftsführers, der sich mittlerweile in Dortmund als Imbissbuden-betreiber verdingt, geht in das Land ihres Vaters, um als Freelancer zu arbeiten. Dort, wo sie zum ersten Mal in ihrem Leben nicht als Fremde behandelt wird, fühlt sie sich fehl am Platz wie selten zuvor. Sie beginnt über den Einsturz eines Kaufhauses zu recherchieren, der 1997 mehreren Hundert Menschen das Leben gekostet hat. Doch die Arbeit gelangt schnell an einen toten Punkt. Das sinnstiftende Versprechen des Journalismus entpuppt sich als Illusion. In Briefwechseln mit Cem, einem in Deutschland gebliebenen Freund, stellt sich Lee die Frage nach der Ursache des Fremdseins. Die Reise nach Seoul wird zu einer Fahrt an den Ausgangspunkt. Raul Zelik porträtiert mit der „Geschichte der Journalistin Lee“ erneut eine Grenzgängerin zwischen den Welten. Überall aneckend, nirgends heimisch, immer auf der Suche. „Wo die einen um das Nichts kreisen, fängt er Geschichten über soziale Konflikte ein, die sonst kaum jemand erzählen würde. Mit etwas Glück könnte Zelik so etwas wie der Manu Chao der deutschen Popliteratur werden.“ Süddeutsche Zeitung. Raul Zelik wurde 1968 in München geboren und schreibt u.a. für die Spex, die Wochenzeitung Freitag und die Schweizer WOZ. Bekannt wurde er durch den Polit-Thriller „Friß und stirb trotzdem“, den Kolumbien-Roman „La Negra“ und den Erzählband „grenzgängerbeatz“. Raul Zelik erhielt 1998 den vom SFB ausgelobten Walter-Serner-Preis. Veranstaltet vom Kulturverein Prometheus e.V., AStA FH Koblenz und der KHG.
Mittwoch 11.02.04 20 Uhr Circus-Maximus Koblenz Lesung „Fear of a kanakplanet“ Hip-Hop zwischen Weltkultur und Nazi-Rap Rechte Einflüsse in der HipHop-Szene? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Offenbar nicht! Hannes Loh (Autor/Journalist und ehemaliger Rapper von Anarchist Academy) und Murat Güngör (selbst ehemaliger Rapper und Mitglied von Kanak Attak) gingen in ihrem im August 2002 erschienenen Buch "Fear of a kanakplanet" der Sache auf die Spur. Auf der Veranstaltung machen sie mit Videos, Dokumentarfilmen, Collagen, Musik und Erzählungen eine Zeitreise zurück in die 50er Jahre und landen schließlich wieder im Jahr 2004 beim Nazi-Battlerap. Eine Veranstaltung nicht nur für die HipHop-Szene. Präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Prometheus e.V.
Freitag 13.02.04 21 Uhr Kurt-Esser-Haus (nähe Hbf.) Koblenz 6€ Konzertgruppe Schimmelpop präsentiert: Bitume (Punkrock) Cut My Skin (neue Band um Patti Pattex/Scattergun) + eine lokale Punkband Außerdem billich Bier, Infotisch, veganer Mampf.
Mittwoch 18.02.04 15.00 17.30 20.00 Uhr Odeon Kino Löhrstr.88 KHG präsentiert den Film „Erklärt Pereira“ Inhalt: Pereira, Kulturredakteur in Lissabon, lebt nach dem Tod seiner Frau ein Nischendasein. Vor der Realität des wachsenden Faschismus flüchtet er sich in die Welt der Literatur. Erst ein junger, mit einer Kommunistin befreundeter Mitarbeiter, öffnet ihm die Augen. Als rechte Miliz ihn zu Tode prügelt, handelt Pereira und bringt die brutale Aktion auf die Frontpage. |